Berichte

Heimatabend der TG Sissach und Umgebung

„Zrugg vom Unspunnefescht“
Die TG Sissach hatte auf Samstag, den 11. November, mit Wiederholung am folgenden Sonntag, zum traditionsreichen Heimatabend eingeladen. Der erste, vergleichbare Anlass geht auf den Familienabend von Fasnachtssamstag 1927 zurück. Bereits seit 1932 ist eine Theateraufführung fester Bestandteil der Heimatabenden. Das Theater “Es Baselbieterstückli“ von Eduard Wirz von 1934 nahm direkten Bezug auf das aktuelle Leben. Das Theater vom vergangenen Samstag mit dem unverfänglichen Titel „Wele Güggel denn?“ spielt in der heutigen Zeit, nimmt am Rande Bezug auf Sissach, auf die Trachtengruppe Sissach


Bereits die Dekoration der Bützenenturnhalle signalisierte das Motto „Zrugg vom Unspunnefescht“. Kleine, liebevoll verzierte Unspunnensteine schmückten die Tische. Der Aufwand war nicht vergeblich; die Halle war am Samstagabend fast voll besetzt. Dazu beigetragen hat sicherlich auch die verlockende Tombola und die bodenständige Speisekarte. Für den reibungslosen Ablauf des Festbetriebs zeichnete die Wolflochclique aus Böckten verantwortlich.

Direkten Bezug auf das Unspunnenfest 2017 nahm der Trachtenchor in der Liederwahl. Die vier Lieder Ds Parfüm vom Summer, Te voicie, vigneron!, Uf de Alpe obe und Dorma bain waren die Gesamtchorlieder des Unspunnenfestes 2017. Ds Parfüm vom Summer wurde eigens für das diesjährige Unspunnenfest getextet und komponiert. Die drei anderen Lieder ermunterten zum Mitsingen. Das Publikum bedankte sich für die stimmlich und textlich sauber vorgetragenen Lieder mit grossem Applaus. Dem Dirigenten Thomas Herrmann darf für sein musikalisches Feingefühl ein Kränzchen gewunden werden.

Die erfreulich grosse Kindertanzgruppe zeigte unter der Leitung von Christine Sutter und Rea Schweizer vier Tänze. Mit dem Tanz Récréaction machten sie einen Abstecher in die Westschweiz, und der Kindertanz De Übermüetig führte zurück zum Unspunnenfest 2017. Der Tanz wurde extra für den eidgenössischen Grossanlass choreographiert. Mit dem Heimatabend 2017 hat er bereits Eingang ins Repertoire der Sissacher Kindertanzgruppe gefunden. Die Freude am Tanzen stand den Kindern ins Gesicht geschrieben.

Die Unspunnen Mazurka wird wohl wegen der besonderen Entstehungsgeschichte fester Bestandteil im Tanzrepertoire der schweizerischen Trachtenleute werden. Die Verantwortlichen des Unspunnenfestes schrieben einen Choreographiewettbewerb für den Unspunnentanz 2017 aus. Gewinner des Wettbewerbs wurden die Brasilianerin Suzane Tamara Dhein und der Brasilianer Rafael Luan Jahnel. Mit dem Heimatabend 2017 hat auch dieser Tanz schon den Weg ins Baselbiet gefunden. Auch die anderen Tänze, Galop Ursin, Hirschegräbler und De Schründler, weisen zurück an Unspunnenfeste früherer Jahre. Die gut eingespielte Tanzgruppe unter der Leitung von Hanni Misteli zog die Aufmerksamkeit auf sich und wurde mit einem Sonderapplaus belohnt. Musikalisch begleitet wurden die Tanzenden von der Ödenburger Holzmusig unter der Leitung von Stephan Mosimann.

In der Pause wurde die Bühne der Mehrzweckhalle Bützenen für das Theater vorbereitet. Das Mobiliar lies erkennen, dass das Theater einen bäuerlichen Hintergrund haben muss. Ausgangspunkte des Theaters sind ein alter Streit benachbarter Bauern und eine ledige Bauerntochter. Offensichtlich hatte eine illegale Grenzverschiebung in früheren Jahren durch die benachbarte Bauernfamilie Eichenberg die Familie Friedrich und Annemarie Müller um die Nutzung von Quellwasserrechten und damit in finanzielle Not gebracht. Nicht alleine dies belastete die Bauernfamilie Müller: Die resolute Tante Elsi schloss mit ihrem Bruder Friedrich Müller eine Wette über Fr. 50‘000.-- ab, wonach seine Tochter Vreni nicht in fester Partnerschaft stehen würde bis zum silbernen Hochzeitsjubiläum der Müllers.

Pia und Roland Vieli aus Sissach haben mit diesem Theaterstück einen meisterhaft kribbelden Krimi geschrieben, der am 11. November 2017 zur Uraufführung kam. Die erzählte Geschichte ist gut durchdacht, bestückt mit vielen kleinen Einzelheiten mit Bezug auf die heutige Zeit, auf Sissach und auf die Trachtengruppe. Weil auch das Theater in unserer Sprache geschrieben ist, vermochten die Schauspieler aus dem Vollen schöpfen. Gaby Schwald als Regisseurin hat im Einstudieren des Theaters und in der Zusammensetzung der Darsteller grosses Talent erwiesen.

Christoph Rudin hat galant durch den Unterhaltungsabend geführt und den roten Faden zwischen dem Unspunnenfest und dem Trachtenabend nie aus den Händen verloren. Der Heimatabend 2017 war nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich.

Ruedi Senn, Läufelfingen

Fotos: Verschiedene






















































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